Von einer Grundidee aus dem Internet, bis hin zum heutigen Stand der Dinge. In den kommenden Zeilen erfahrt ihr, um einen kleinen Einblick zu haben, etwas über die Geschichte und Endstehung der „Red Supporters Hannover“. Sollte jemand nähere Fragen haben oder Details wissen möchte, sendet uns eine Mail.

Bis zur endgültigen Gründung am 23.02.2001 war es ein langer- und teilweise auch sehr schikanenreicher Weg. Alles fing damit an, dass Anfang Januar drei Leute die Idee hatten einen Fanclub zu gründen, um die immer miserabler werdende Stimmung im Stadion zu verbessern, wozu aber jegliche Erfahrung fehlte, doch der Wille war da und der versetzt ja bekanntlich Berge. Ein erster Schritt war die Veröffentlichung im Internet. Es schien ein reges Interesse an der Idee zu herrschen, fast 40 Leute meldeten sich bei uns. Damit hatte keiner von uns gerechnet. Fast überwältigt von der Masse an Leuten setzte man das erste Treffen an. Im Vorfeld wurde bereits viel spekuliert um mögliche Namen oder den Standpunkt im Stadion, der seines Zeichens stärker umfochten wurde denn je. Es kreisten zwischenzeitlich sogar Meinungen über einen Internet Fanclub oder aber in den Namen in jedem Fall ein „@“ einzubinden aufgrund der Planung im Internet, welche aber schnell wieder verworfen wurden. Aber bereits seinerzeit machten sich schon die Ernüchterung breit. Mehr als die Hälfte sagte das Treffen ab und hatte spontan das Interesse verloren, so dass man umdisponieren musste. Die Idee eine Art „Supporters Club“ im Block H31 zu gründen war schon wieder Geschichte, stattdessen wollte man sich nun doch im I-Block ansiedeln.

Mit Beginn der Rückrunde fand man sich beim Heimspiel gegen den Chemnitzer FC das erste mal mit 6 Leuten gemeinsam ein. In den darauffolgenden Spielen konkretisierte sich alles ein wenig und man konnte durch gute Kontakte zu den „Wilden Davenstedter Jungs“, welche uns später auch beim Internetauftritt, in Form einer eigenen Seite, halfen, den Kontakt zur Ultraszene aufbauen. Es schien so, als hätte man die Bestimmung gefunden. Alles passte einigermaßen und man verstand sich untereinander sehr gut, so dass man schließlich an besagtem 23.02.2001 die „Red Supporters Hannover“ ins leben rief. Der Kontakt untereinander wurde weites gehend über das Internet gehalten, und relativ schnell bekam man dann auch das ein oder andere Mitglied. Ein Logo fand sich auch relativ schnell in Form des Harlekins.

Unterdessen fühlte man sich immer wohler im I-Block und lernte viele neue Freunde kennen, wobei anzumerken ist, dass es auch einige Feinde gab. Zusammen mit dem ebenfalls neu gegründeten Hannover Inferno konnte man aber immer mehr Leute davon überzeugen, dass wir die Sache ernst nahmen. An dieser Stelle sei noch kurz gesagt, dass es fast dazu gekommen wäre, dass sich beide Fangruppen zusammengeschlossen hätten, was aber letztlich anhand von Meinungsverschiedenheiten scheiterte.

Es wurden mittlerweile auch Spiele der Amateurmannschaft von Hannover besucht und man setzte sich durch die ein oder andere Aktion, z.B. beim Spiel gegen Göttingen 05, in Szene. Die damaligen Höhepunkt setzte dann allerdings das Spiel der Profis beim FC Sankt Pauli, wo man die Choreographie mitorganisierte.

Bis zur Sommerpause wechselte die Mitgliederzahl ständig. So erreichte man zwischenzeitlich Zahlen im zweistelligen Bereich. Einige Leute schienen aber doch mehr oder weniger nicht geeignet, so dass man sich von vielen wieder trennen musste. Die Internetpräsenz wurde währenddessen immer weiter ausgebaut und zählte zwischenzeitlich zu einem der Highlights in der hannoverschen Szene.  Die spielfreie Sommerpause nutzen wir dann erst mal um eine Zaunfahne herzustellen, welche ziemlich große Dimensionen annahm, zu große möchte man vielleicht sogar sagen, dazu aber später mehr. Das erste mal im Einsatz war sie bei einem Saisonvorbereitungsspiel in Nordstemmen, wo viele erst mal überrascht, aufgrund der großen Fahne, schienen. An diesem Tag bekam man auch zwei neue Mitglieder und ein weiteres wurde kurz darauf aufgenommen. Das erste mal im Niedersachsenstadion hing die Fahne dann beim Freundschaftsspiel gegen den Hamburger SV, wo es dann zu Komplikationen aufgrund der Größe kam. Einige altgesonnene waren der Meinung uns würde nicht das Recht zu stehen eine solch große Fahne zu besitzen und sie dann auch noch im I-Block zu platzieren. Glücklicherweise konnte man aber auch dieses Problem lösen, so dass wir mit der Fahne in den Block H31 auswichen, wo sie auch bis Heute hängt.                                                             Mit nunmehr 9 Leuten ging es in die neue Saison, wobei diese 9 Leute auch zum aktiven Kreis zählten und keine Karteileichen darstellten. Kurz noch erwähnen möchte ich, dass unmittelbar nach erscheinen unserer Fahne, im bekannten 96 Fanzine „Notbremse“, ein etwas kritischer Artikel bzgl. unseres Namens erschien, der zunächst relativ unbedacht kommentiert wurde, dann aber doch recht schnell diese kleine, verbale Auseinandersetzung, vergessen war. Dass in diesem Jahr auch erstmals die „Ultras Hannover“ konkrete Formen annahmen und offiziell in Erscheinung traten, kam wie gerufen. So hatte man die Möglichkeit sich noch besser zu integrieren, indem man einige Aufgaben übernahm und sehr aktiv am geschehen innerhalb der Szene mitarbeitete. Soviel dazu, in den nächsten paar Monaten ging alles so weiter, so dass ich mich lieber einmal wieder internen Sachen widmen möchte. Es gab vermehrt interne Anfeindungen, welche nicht ganz ungeahndet bleiben sollten. Ein Mitglied relativ aktives Mitglied musste gehen und auch weiteres zeichnete sich ab. Zum Herbst hin, genauer gesagt zum Spiel bei der SG Eintracht Frankfurt gab es erstmals eine kleine Auswärtsfahne von uns, die mittlerweile aber als Fahne für alle Zwecke eingesetzt wird. Die Winterpause stand erneut vor derb Tür, ein Jahr war es nun schon her, seitdem es die Planungen gab. Beim Hallenturnier in Braunschweig bekam man zwei weitere neue Mitglieder und konnte mittlerweile stolz darauf sein eine 11 Mann zählende Gruppe zu sein, die mit Herz dabei war. Den Anfang der Rückrunde gestalteten wir damit einige neue Doppelhalter anzufertigen, die diesmal erstmals erwähnungswert sind, da es doch eine recht große Anzahl war. Mit Beginn der Rückrunde stand ebenfalls unser einjähriges an, welches aber nicht, wie zunächst geplant Gruppenübergreifend, sondern intern gefeiert wurde. Zum Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen gab es eine Art Premiere zu feiern. Mit einer 4x4 Meter großen Schwenkfahne unseres Harlekins war es die erste Gruppenbezogene Schwenkfahne in Hannoover, wobei die Farbauswahl zugegebenermaßen doch recht schlecht getroffen wurde. Fortan erreichte man die bisherige Höchstmarke, an Mitgliedern, mit der Anzahl von 13 Leuten, die aber nicht lange anhielt. Wie vorhin schon einmal angeschnitten lief intern längst nicht alles rund und so kam es letztendlich, dass einer der 3 Leute, die die Idee „Red Supporters Hannover“ hatten und trugen, von dannen zog und auch ein zweiter nicht lange auf sich warten ließ und uns in Richtung „Wilde Davenstedter Jungs“ verließ. Alles ziemlich durcheinander in den vergangenen Wochen, so möchte man meinen, doch wir machten das beste daraus und starteten eine Art Neustrukturierung, in dem man sich umorientierte und mehr aus Nachwuchs setzte. Ein weiterer jemand wurde der Gruppe „entsondert“ und 2 neue, jüngere Leute kamen hinzu. Nachdem sich alles ein wenig eingependelt hatte und man auch durchaus wieder mit der Situation umzugehen wusste, wurde eine dritte Zaunfahne erstellt. Mit 12 Leuten und nur noch einem kleinen Teil der Gründungsmitglieder, versuchte man von nun an noch engagierter zu Werke zu gehen, was bisher mit starken Erfolg praktiziert wurde und auch wird. Ich denke mal es ist der richtige Weg, den wir momentan gehen und verbleibe erst mal bis hierhin...

 

...Patrick Pietruska, Anfang Winterpause Saison 2002/2003.

 

Mittlerweile ist unser Verein in das 2. Spieljahr der Operation Bundesliga gestartet. Fast ein weiteres Jahr ist vergangen, seit der obige Text zu Stande kam und es hat sich einiges geändert innerhalb der hannoverschen Fanszene und auch im Umfeld der „Red Supporters Hannover“ ist vieles nicht beim alten geblieben. Unser altehrwürdiges Niedersachsenstadion wird fast komplett dem Erdboden gleich gemacht und an Ort und Stelle entsteht eine vermeidlich moderne Fußballarena für die Fußballweltmeisterschaft 2006 im eigenen Land. Wir haben eine neue Heimat gefunden, die Nordkurve im Herzen unseres Stadions und man muss sehen wie man es in absehbarer zeit schaffen kann das Stadion wieder zu einer Festung zu machen. Noch ist jedenfalls das Kurvenleben mindestens genauso eine Baustelle wie unser Stadion. Zu unserer Gruppe ist zu sagen, dass man zwischenzeitlich 15 Mitglieder zu unserem Umfeld zählen konnte und wir erreichten die wohl bislang aktivste Zeit unserer noch recht jungen Geschichte. Leider blieb vieles nicht so und es kamen leichtere Unzufriedenheiten intern auf. Konsequenz war, dass ein Mitglied mehr oder weniger freiwillig gehen musste/ging. In der Sommerpause entschied man sich für eine Art neuen Stil, nachdem schon unser Balkenschal diese Richtung einschlug, entstanden auch drei neue Zaunfahnen und lösten unsere alten Markenzeichen komplett ab. Ab sofort steckt mehr als ein Gedanke der Eigenpräsentation in unseren Fahnen, Artikeln etc. Wir sind älter geworden und haben viel dazu gelernt, der Gedanke der Gruppe und unsere Einstellung ist nicht mehr die selbe wie noch von einiger Zeit, was sicher vielen missfällt, aber damit müssen wir leben. Es ist unser Weg und wenn alle bei der Sache bleiben auch der richtige, zum Wohle der hannoverschen Fanszene. Auch wenn man momentan eher etwas traurig und enttäuscht auf die Ultras Hannover herabsieht, so kann man doch sagen, dass sich etwas bewegt, was nie verkehrt sein. Die Kurve lebt und bebt und dies hoffentlich bald noch wesentlich intensiver, bis dahin...

 

...Patrick Pietruska, in mitten der Hinrunde der Saison 2003/2004.

 

Unser Verein befindet sich in Mitten des Abstiegskampfes. Der von uns allen so geschätzte Ralf Rangnick musste von dannen ziehen und die letzten zehn Endspiele stehen bevor. Ein manchen stehen schon jetzt die Tränen in den Augen, wenn man daran denkt, wo wir wohl uns im nächsten Jahr wieder finden werden, doch noch bleibt der Glaube und dieser macht uns stark und ist auch auf die aktuelle Kurvenproblematik beziehbar. Seit dem laufenden Jahr 2004 verstehen sich die Ultras Hannover nicht mehr als Dachverband. Die Gründung der Roten Kurve, einem Supporters Club, steht unmittelbar bevor und die Brigade Nord zählt nicht länger zum erweiterten Kreis um die Ultras Hannover. Auch von uns an dieser Stelle ein paar Worte zu diesen Punkten. Wir sehen die Umstrukturierungen der Ultras Hannover als durchaus positiv und lobenswert an, so dass eine volle Unterstützung unsererseits vorliegt. Auch waren wir nicht zuletzt einer der großen Befürworter, sich endlich wieder im Oberring anzusiedeln, was aktuell gerade von Statten geht und erhebliche Verbesserungen in der Stimmung, schon jetzt, mit sich bringt. Was die Brigade Nord angeht, so kann man wohl oder übel nur im Sinne des Kurvenfriedens sagen, dass es unumgänglich war. Ein Abgang ist immer ein Verlust – für alle. So auch in diesem Fall, doch jüngste Aktionen haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, auch dieses Manko zu kompensieren. Bevor dann auch wir in Hannover, ab dem 11.April einen Supporters Club vorweisen können, seien auch hierzu noch ein paar wertende Worte verloren. Eine solche Organisation war schon immer ein Wunschgedanke in Hannover, was auch der Grund ist, warum zuletzt die Ultras Hannover diese Rolle übernommen hatten. Nun leiten fähige Leute aus der Szene die Rote Kurve und wir sind uns sicher, dass sie mit ihrem Konzept einen vollen Erfolg haben werden. Die Zusammenarbeit zwischen der ultràorientierten Szene und dem Rest der Kurve wird nach außen hin dadurch sicher etwas abnehmen, aber dieses ist nicht falsch zu verstehen. Nach wie vor sehen wir uns als einen Teil der Fanszene in Hannover, die momentan eine schwere Zeit durchmacht, doch auch diese überwinden wird…

 

…Patrick Pietruska, zur schweren Zeit des Abstiegskampfes, in der Rückrunde der Saison 2003/3004.

 

Lange ist es her, seit das letzte Mal an dieser Stelle eine aktuelle Bestandsaufnahme unserer Historie getätigt wurde. In den vergangenen gut anderthalb Jahren Bundesliga bekam man den rauen Alltag zu spüren. Der Kommerz erhält immer weiter Einzug in die Stadien oder sollte ich besser sagen „Arenen“…?! Die Zuschauerzahlen, gerade was die Masse der willigen Leute bei Gastspielen unserer Mannschaft angeht, sinken stetig und man spürt doch deutlich die Repressionen.
Währenddessen spielt das Team irgendwo im unteren Drittel der Liga. Konnte in der Saison 2003/2004 noch gerade der Abstieg verhindert werden, verhalt Ewald Lienen der Elf im vergangenen Spieljahr zu einem 10. Tabellenplatz. Der Fußball, der dabei zelebriert wurde, trug sicher einen gewissen Teil zur teilweise aufkommenden Langeweile bei. Wenig attraktiv mauerten wir uns im Niemandsland der Liga fest und wurden obendrein noch fairstes Team im Classement. Der nette Beigeschmack, welcher das internationale Geschäft bedeutet hätte, blieb aus. Eine Prinzengarde aus dem Rheinland sicherte sich durch Fans, die ihres Gleichen suchen, beispiellos den begehrten Platz. Helau. Zum Start der neuen Spielzeit wurde sich punktuell verstärkt. In Form von Ilja Kaenzig wurde ein Mann geholt, der seinen Beruf versteht und zudem noch der sinnlosen Transferpolitik unseres Vereins Einhalt zu gebieten scheint. Zuversichtlich startet man also, was den Kader angeht, in die neue Saison.
Die Fanszene scheint sich derzeit gerade in einer Umbruchstimmung zu befinden. Während die Rote Kurve, unser mittlerweile schon recht etablierter Supporters Club, allgemein Anerkennung zu erhalten scheint, was keineswegs immer der Fall war; oft gab es umstrittene Wege, die man Einschlug, Vorstandsmitglieder wurden kritisiert und Misstrauen machte sich breit, rekonstruiert sich die ultrászene allmählich wieder. Viele Brüche entstanden nach der Trennung von der Brigade Nord. Immer mehr Leute zogen sich zurück, überließen den Jüngeren die Bühne, obgleich sie immer was zu meckern hatten. Diese Tendenz hielt zum Glück nicht ewig an. Man schaffte es viele altbekannte Gesichter wieder für die „Sache“ zu gewinnen und steht heute mit einer gut strukturierten Szene, in der eine Menge Potenzial steckt, vor dem Start in eine hoffentlich glorreiche internationale Saison. Die Mischung aus Jung und Alt stimmt. Man akzeptiert sich weites gehend.
Unsere Gruppe fasst derweil nur noch zehn Leute. Man hat sich von Leuten getrennt, die kein oder wenig Interesse mehr an uns, teilweise sogar am Fußball, zeigten. Inzwischen liegt man keineswegs falsch, wenn man uns nicht nur als Fanclub ansieht sondern eher als Freundeskreis bezeichnet. Die gemeinsamen Aktivitäten sprengen den Rahmen des Ligaalltags um Längen. Die aktuelle Besetzung fungiert bestens.

Patrick Pietruska, zu Saisonbeginn der neuen Spielzeit 2005/2006